Haus Vaterland Berlin - Zeittafel
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1976 - heute

Haus Vaterland Berlin

Zeittafel

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Ein kurzer unvollständiger Überblick

Das Haus Potsdam wurde zwischen Februar 1911 und Februar 1912 von der "Bank für Grundbesitz und Handel" als Büro und Gastronomiebetrieb erbaut,
Architekt war F.H. Schwechten, der es in Zusammenarbeit mit dem Statiker Leithold plante.
Nach der Fertigstellung befand sich im vorderen Teil das "Café Piccadilly" mit 2500 Sitzplätzen das damals größte Café in Berlin, ein großen Kino im hinteren Teil und etliche Räumlichkeiten die als Büros genutzt wurden.

Die UFA kaufte das Gebäude später und brachte in den oberen Räumen ihre Büros unter hatte zur damaligen Zeit ihren Sitz am Potsdamer Platz. Als die UFA in finanzielle Schwierigkeiten kam, wurde das Haus Potsdam wieder an die Bank für Grundbesitz und Handel zurück verkauft.

Zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde das "Café Piccadilly" in "Kaffee Vaterland" umbenannt.

Ab 1926 wurden Pläne zum Umbau entwickelt, die Firma Kempinski pachtete das Haus auf 15 Jahre und ließ es aufwändig durch Carl Stahl-Urach umbauen.
Jetzt war es das Haus Vaterland mit einem Konzept als Grossgaststätte.

Es folgten schwere Zeiten, der Name Kempinski verschwand, nun hieß es "Betrieb Borchardt", denn nachdem Aschinger den Betrieb Kempinski "kaufte" durfte auch der jüdische Name nicht mehr verwendet werden, durch den Kauf der Weinhandlung Borchardt und der Übernahme des Namens war jetzt auch vom Namen Kempinski nichts mehr übrig.

Im November 1943 wurde das Gebäude durch Sprengbomben in den oberen Etagen schwer beschädigt und brannte aus, das Kaffee Vaterland wurde noch weiterbetrieben und es bestanden Pläne einen Teil der Mittelhalle wieder zur Bewirtschaftung von Gästen herzurichten. 1945 brannte dann auch das Kaffee aus.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Kaffee wieder hergerichtet, ob das noch unter der Führung Borchardt / Kempinski geschah, oder unter HO-Gaststättenführung wird sich vielleicht nach einer Suche in den Archiven der Stadt Berlin klären, mir liegen zur Zeit keine Informationen darüber vor.

Im Verlauf des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953 entlud sich der Volkszorn auch am Kaffee Vaterland, hier hatten wohl die Bonzen einen exklusiven Barbetrieb genutzt, das Kaffee brannte erneut völlig aus. Eine weitere Nutzung gab es nicht.

Die Ruine stand dann jahrelang als Ruine im Niemandsland, durch einen Gebietsaustausch 1971 kam das Areal zu West-Berlin, ab 1973 konnte das Gelände erkundet werden, viele Berliner und Gäste sind wohl durch die Ruine gewandert, viele haben Aufnahmen gemacht, einige haben allerdings auch geplündert was noch übrig war. Uwe Friedrich berichtete, daß von Dekorationen der Räume bei seinen ersten Besuchen noch einiges erhalten war, nur kurze Zeit später waren diese zerstört oder entfernt und sind wohl auf Ewig verloren.

1976 wurde das Gebäude abgetragen, es fanden sich wiederum viele Fundstücke, der Verbleib ist bis heute ungeklärt.

Aktualisiert am: Donnerstag, 8. Juli 2004
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