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Der Architekt Franz Heinrich Schwechten
* 12. August 1841 † 11. August 1924 im Alter von 83 Jahren

Biographie des Architekten

Franz Heinrich Schwechten wurde am 12.8.1841 in Köln geboren, wo er auch aufwuchs, zur Schule ging und bis zu seinem Studienbeginn lebte und lernte. Da Köln eine der Hochburgen der Romanik war und ist , ist der Geburtsort und die Herkunft für das Leben und Schaffen Schwechtens von prägender Bedeutung. Nicht nur, daß er die romanische Formensprache der vielen Kirchen Kölns als Heranwachsender passiv aufnahm, er beschäftigte sich auch aktiv und unter fachlicher Aufsicht mit der Architektur der romanischen Epoche. So arbeitete er vor seinem Studium bei Renovierungsarbeiten an romanischen Kirchen in Köln und Umgebung mit und lernte so erste Details der Romanik kennen.
1861 wurde er dann Schüler der Berliner Bauakademie und lernte bei Bötticher, Spielberg und besonders bei Adler1. Während der folgenden Jahre erweiterte er sein Spektrum und sein Repertoire an architektonischen Stilmitteln und Methoden und studierte äußerst erfolgreich.

So ging er dann 1868/69 mit dem Schinkelpreis auf Studienreise nach Italien ,um nach seiner Wiederkehr und seinem Studienabschluß 1869 freier Privatarchitekt zu werden. 1875/80 baute er dann den Anhalter Bahnhof in Berlin, einen sehr technoiden und für die Zeit sehr futuristischen Bau , was ihm den Respekt seiner Zunftgenossen einbrachte und bewies ,daß er nicht nur reaktionäre Bauten entwerfen konnte. Doch dazu später mehr .
Schwechtens Kariere verlief weiterhin sehr gut und etliche Auszeichnungen, Aufnahmen bei wichtigen Institutionen und natürlich auch sehr viele Bauten zeugen davon.2 Abschließend kann man sagen , daß Schwechten ein bedeutender und berühmter Architekt seiner Zeit war und mit der Zeit zum ,,Hofarchitekten" von Kaiser Wilhelm II. avancierte und sich nach seinen Vorstellungen richten mußte . Das heißt das er seine Entwürfe in einer reaktionären und regressiven Manier planen mußte, was seinem Ruf unter Kollegen zwangsweise schadete, seiner Stellung und seiner Auftragslage hingegen nur nützten

.

Die Planung des von der Bank für Grundbesitz und Handel erichteten Haus Potsdam (1911-1912) übernahm
Franz Heinrich Schwechten in Zusammenarbeit mit dem Statiker Ingenieur Leitholt.

Das Haus Potsdam gehört zu den Spätwerken des Architekten, dem gerade Berlin viele markante Gebäuder verdankt, von denen aber nur wenige bis in unsere Zeit erhalten geblieben sind.

Eine ausführliche Dokumentation folgt.

Empfohlen sei an dieser Stelle:

Peer Zietz und Uwe H. Rüdenburg
Franz Heinrich Schwechten
Ein Architekt zwischen Historismus und Moderne
Edition Axel Menges ISBN3-930698-72-2 ©1999

Bauten in Berlin: (eine kleine unvollständige Auswahl)

Bauwerk Ort Bauzeit heutiger Zustand sonstiges
Anhalter Bahnhof Askanischer Platz 1872 - 1880 zerstört /
Portal erhalten
Kaiser-Wilhelm-Gedächniskirche 1890 - 1895 teilweise
zerstört
AEG Fabrikeingang Brunnenstr. Mitte/Wedding 1897 erhalten
Grunewaldturm Berlin-Grunewald 1897 -1899 erhalten
Kraftwerk Moabit Friedrich Krause Ufer 1899 - 1900 erhalten
Philharmonie Bernburger Str. 22/23 1887 - 1888 zerstört
AEG Apparatewerk Ackerstraße 1887 - 1893 teilweise
erhalten
Apostel-Paulus-Kirche 1892 - 1894 erhalten
Grabmahl Adolf Becker 1893 erhalten

Quelle siehe Literturhinweis

Aktualisiert am: Freitag, 2. Dezember 2005
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