Haus Vaterland Berlin - Innenaufnahmen
Café Piccadilly
Kaffee Vaterland

Café Piccadilly / Kaffee Vaterland
Stand der Informationen: 11.02.05 (K.L.)

Einleitende Bemerkungen:
Das zu der damaligen Zeit wohl größte Kaffeehaus der Welt mit 2500 Sitzplätzen wurde nach Fertigstellung des Haus Potsdam im Frühjahr 1912 eröffnet. Besitzer und Betreiber war Heinrich Braun, Aufnahmen und Ansichtskarten aus dieser Zeit sind rar, sie tragen auf der Rückseite die Beschriftung "Gruss aus Paccadilly". Seit Dezember 2004 habe ich zwei dieser Ansichtskarten in meinem Archiv. Das Kaffeehaus wurde zu Beginn des 1. Weltkrieges im Zuge patriotischer Strömungen in "Kaffee Vaterland" umbenannt, seitdem ist das, bis zum Ende der Bewirtschaftung 1953, die feste Bezeichnung des Kaffee.
Zu diesem Raum gibt es die größte Anzahl von Ansichtskarten mit einigen Detailaufnahmen. Veränderungen im Laufe der Zeit sind die wohl beim Umbau 1927/1928 verschwundenen Deckenmalereien, der Einbau einer Bühne im Bereich zum Mittelbau nach der Zerstörung des Hauses im November 1943, der damalige Direktor Fleischer konnte das Kaffee nach nur 6 Wochen Renovierungszeit wiedereröffnen, 1945 brante dann aber auch das Kaffee aus und wurde nach dem Krieg als HO-Gaststätte genutzt. Viele haben sich vielleicht gefragt, warum die Aufnahmen aus der Ruine so wenig mit den Ansichten auf den Ansichtskarten übereinstimmen...., die Zerstörungen 1945 ließen wohl nichts von der alten Pracht. Eine Ansichtskarte aus den 50ern zeigt die schlichte HO-Gaststätte, diese wurde 1953 ein Raub der Flammen und damit auch der Schlußpunkt der bis dahin 41 jährigen Geschichte der Gastlichkeit in diesem Hause.

Sie können die Bilder auch in einer größeren Auflösung laden: 400er Auflösung hier.

Entstehung: 1912 als Großstadtcafé mit 2000 bis 2500 Plätzen. Hier gehen die Zahlen auseinander.
Raumname: Café Piccadilly bis zum 1. Weltkrieg, danach Kaffee Vaterland
Architekt: F.H. Schwechten
Gestaltung: Bekleidung der Wände und Pfeiller mit Giallo antico aus Siena und dunkelgrünem Mamor von der griechischen Insel Skyros, Ausführung Saalburger Mamorwerke.

Ausmalung des Caféraums nach Entwürfen des Kunstmalers Adolf Becker.

Mosaiken der Balkonbrüstungen von der Deutschen Glasmosaik-Gesellschaft Puhl & Wagner Berlin-Neuköln.

Die Stuckarbeiten wurde ausgeführt von der Firma Lohlei & Oehlrich nach Entwürfen des Bildhauer Reich.

Die Kunsttischlerarbeiten stammten von der Firma J.C. Pfaff, die Beleuchtungskörper von den Firmen H. Frost & Söhne und Max Bernhardt & Co..

Besonderes: Das Kaffee blieb auch während der Umbauarbeiten 1927 geöffnet und hat nach bisherigem Kenntnisstand keine, bzw. nur geringfügige Umbauten erlebt.
Bei der Durchsicht der nun doch immer zahlreicheren Ansichtskarten fällt auf, daß die sehr aufwändige Deckenmalerei, wie sie sich noch zu Zeiten des Cafe Piccadilly findet auf Postkarten ab 1928 verschwunden ist, evtl. waren an der tragenden Deckenkonstruktion während der Umbauarbeiten 1927 / 1928 starke Eingriffe notwendig.

Auch das Kaffe wurde im 2. Weltkrieg (3. Februar 1945) zerstört, bis dahin aber auch nach der Zerstörung des Hauses (23. November 1943) weiterbetrieben.
Nur 6 Wochen nach den Zerstörungen im November 1943 konnte das Kaffee nach Einbau einer Bühne und Errichtung von Künstlergaderoben im Bereich des Mittelbau wieder eröffnet werden.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde es nach Wiederaufbau als HO-Gaststätten genutzt und brannte am 17. Juni 1953 im Verlauf des Volksaufstandes nach Brandstiftung aus.

Lage:
Schnitt Haus Vaterland nach einer Zeichnung aus der Deutschen Bauzeitung 1928.

Soweit möglich wurden die Aufnahmen zeitlich sortiert:

Ansichtskarte Kaffee Vaterland / ak-kaffee-vaterland_004
Beschreibung:
Aufnahme ca. 1918, Blick vom Tresen mittig zum Rundbau.
Die Deckenmalerei ist hier noch erhalten.
Beschrieben / Poststempel:
05.12.1918 / 07.12.1918
Kempinski-Logo:
Nein
Verlag:
J. Wieland & Co. Berlin S59, 1918
Archiv / Archiv-Nr.

Klaus Lindow / :ak-kaffee-vaterland_004

Ansichtskarte Kaffee Vaterland / ak-kaffee-vaterland_004
Beschreibung:
Aufnahme ca. 1918, Blick vom Rundbau mittig auf den Tresen.
Die Deckenmalerei ist hier noch erhalten.
Beschrieben / Poststempel:
12.07.1920 / 13.07.1920
Kempinski-Logo:
Nein
Verlag:
J. Wieland & Co. Berlin S59, 1918
Archiv / Archiv-Nr.

Klaus Lindow / :ak-kaffee-vaterland_001

Beschreibung:
Aufnahme vor 1928, Blick auf den Tresenbereichvom Rundbau mittig auf den Tresen.
Beim Umbau 1927 wurde der Tresen weiter in das Kaffee verlegt und hatte eine verspiegelte Rückwand, dahinter entstand der Küchenbereich für das Kaffee.
Beschrieben / Poststempel:
keine Angabe
Kempinski-Logo:
keine Angabe
Verlag:
keine Angabe
Archiv / Archiv-Nr.:

Internet, Quelle unbekannt / ak-kaffee-vaterland_014

Beschreibung:
Aufnahme vor 1928, Wandgemälde I
Beschrieben / Poststempel:
keine Angabe
Kempinski-Logo:
Gruss aus Piccadilly
Verlag:
keine Angabe
Archiv / Archiv-Nr.:

IKlaus Lindow / ak-kaffee-vaterland_010

Beschreibung:
Aufnahme vor 1928, Wandgemälde II
Beschrieben / Poststempel:
nein/nein
Kempinski-Logo:
Gruss aus Piccadilly
Verlag:
keine Angabe
Archiv / Archiv-Nr.:

Klaus Lindow / ak-kaffee-vaterland_011

Beschreibung:
Aufnahme nach 1928, Blick von der rechten Seite des Rundbau auf den Tresen / Musikerpodest.
Beschrieben / Poststempel:
Nein / Nein
Kempinski-Logo:
Kempinski-Traube
Verlag:
Verlag Hans Andres, Berlin C2
Archiv / Archiv-Nr.:

Klaus Lindow / ak-kaffee-vaterland_009

Beschreibung:
Aufnahme ca. 1928, Blick von der linken Seite der Galerie vom Rundbau auf den Tresen
Beschrieben / Poststempel:
Nein / Nein
Kempinski-Logo:
Nein
Verlag:
Nr.: 8011, Photo Hartz. Verlag: Hans Andres, Berlin W. 15
Archiv / Archiv-Nr.:
Klaus Lindow / ak-kaffee-vaterland_002

Beschreibung:
Aufnahme ca. 1928, Blick von der rechten tresenseitigen Galerie zum Rundbau
Beschrieben / Poststempel:
Ja, kein Datum / 16.03.1933
Kempinski-Logo:
Kempinski-Stern
Verlag:
Gebr. Hartkopf GmbH, Berlin SW 19
Archiv / Archiv-Nr.:
Klaus Lindow / ak-kaffee-vaterland_003

Beschreibung:
Aufnahme ca. 1928, Blick vom Musikerpodest leicht rechts in den Rundbau
Beschrieben / Poststempel:
Nein / Nein
Kempinski-Logo:
Kempinski-Traube
Verlag:
Verlag Hans Andres, Berlin C2
Archiv / Archiv-Nr.:
Klaus Lindow / ak-kaffee-vaterland_008


Detailaufnahme der Balkonbrüstung / Galerie.


Beschreibung:
Aufnahme ca. 1928, Blick in den rechten Galeriebereich von der rechten Galerie, Richtung Rundbau
Beschrieben / Poststempel:
Nein / Nein
Kempinski-Logo:
Kein Logo, aber kleiner Kempinskistempel mit Stern Rückseite rechts oben.
Verlag:
Keine Verlagsangabe
Archiv / Archiv-Nr.:
Klaus Lindow / ak-kaffee-vaterland_005

Beschreibung:
Aufnahme ca. 1928, Blick in den Galeriebereich des Rundbau.
Beschrieben / Poststempel:
Nein / Nein
Kempinski-Logo:
Kein Logo, aber kleiner Kempinskistempel mit Stern Rückseite rechts oben.
Verlag:
Keine Verlagsangabe
Archiv / Archiv-Nr.:
Klaus Lindow / ak-kaffee-vaterland_016, 11. Februar 2005

Beschreibung:
Aufnahme ca. 1928, Blick von der Galeriebereich im Rundbau in richtung Tresen. Sehr schöne Farbansichtskarte.
Beschrieben / Poststempel:
Ja 24.08.1939 / Nein
Kempinski-Logo:
Kempinski-Traube.
Verlag:
Keine Verlagsangabe
Archiv / Archiv-Nr.:
Klaus Lindow / ak-kaffee-vaterland_006

Detailauszüge


Beschreibung:
Aufnahme ca. 1928, Blick vom Rundbau in das Kaffee.
Beschrieben / Poststempel:
24.01.1936 / Nein
Kempinski-Logo:
Kempinski-Stern.
Verlag:
Keine Verlagsangabe
Archiv / Archiv-Nr.:
Uwe Friedrich / ak-kaffee-vaterland_007

Beschreibung:
Aufnahme ca. 1950, Blick in den Rundbau der HO-Gaststätte Kaffee Vaterland.
Beschrieben / Poststempel:
Nein / Nein
Kempinski-Logo:
Kein Logo.
Verlag:
Keine Verlagsangabe
Archiv / Archiv-Nr.:
E. Grothe, ganz herzlichen Dank an dieser Stelle! / ak-kaffee-vaterland_012

Aufnahmen aus der Ruine:

Kaffe Vaterland: Aufnahme aus den 70ern.
Blick zum Eingangsbereich. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Kaffe wie oben beschrieben als HO-Gaststätte betrieben, die Fenster im Kuppelbau vermauert, auf der Galerie wurde ein Filmvorführaum installiert, die kleinen dunklen Öffnungen oben. Die Decke wurde heruntergezogen. Vom alten Glanz blieb nichts erhalten.



Kaffee Vaterland: Aufnahme aus den 70ern
Blick von der Galerie af den Tresenbereich.


Kaffee Vaterland: Aufnahme aus den 70ern
Das Ende.

Aktualisiert am: Freitag, 14. Oktober 2005
info@haus-vaterland-berlin.de
www.haus-vaterland-berlin.de