Stadtbaukunst neuer und alter Zeit vom 20. November 1928
Von Max Feige und G. A. Wolf f.

Seite 26 / Einleitung
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Die Pfeiler- und Heizkörperverkleidungen, die großen Wandpaneele, Garderoben und Treppenbrüstungen aus Eichenholz mit interessant gestreifter Beizung für die gewaltig wirkende Mittelhalle im Treppenhaus stammen von der Firma J. C. Pfaff A.-G. und Trunk & Co., Berlin. Besonders, hervorzuheben sind die Arbeiten im Kino, Parkett und Foyer aus poliertem asiatischen Rosenholz. Die Wände sind vollständig mit Paneelen bekleidet. Dabei kommt die interessante Maserung des Holzes äußerst vorteilhaft zur Geltung. Die Türen liegen in den Paneelen, ebenso ein großer Vitrinen-Ausstellungsschrank. In diesen Räumen wurden von obiger Firma noch ein großes Büfett, die Kasse und die Garderobe ausgeführt.

In der Czardas findet man Stühle aus Buchenholz mit Binsengeflecht im Sitz und Rücken, die durch Vermittlung der Fa. Markiewicz von der Fa. Sächsische Klubsessel-Fabrik hergestellt wurden. Die Sächsische Klubsessel-Fabrik hat durch die Fa. Markiewicz die Lieferung sämtlicher Tische, Stühle und Hocker für die Wirtschaftsräume erhalten. Es handelt sich hier um solide und einfache Arbeiten, Tische aus Buchenholz, Hocker aus Eisen und Buchenholz, und die stabilen Stühle ebenfalls aus Buchenholz. Die Sächsische Klubsessel-Fabrik ist als Spezialfirma für Einrichtungen von CaMs und Restaurants bekannt, unter anderem hat sie auch die Kempinski-Betriebe am Kurfürstendamm geschmackvoll ausgestattet. (Bilder 45-49.)

Auf der Rheinterrasse, im Ballsaal, im Löwenbräu, in der Wildwestbar sowie in der Czardas sind die Tische Fabrikate der Firma Werner Grübler, ebenso alle Sitzgelegenheiten in der Bodega mit den dort aufgestellten Sitzfässern.

Die Formen der einzelnen Stühle entsprechen dem Charakter der Räume. Als Material wurde vorzugsweise Buche, Erle, Plattenahorn bzw. Sperrplatte mit Linoleum verwandt.
Ein Teil des gelieferten Materials hat auch im Vestibül und in den Nebenräumen Aufstellung gefunden. Erwähnenswert sind im Vestibül zwei Leuchttische sowie die verschiedenen Servier-, Anrichte- und Besteckschränke und -Tische. Auch die Notenpulte stammen von der gleichen Firma.

Ein Überblick über die umfangreichen Arbeiten der Firma Werner Grübler zeigt das Verständnis, mit dem Form und Farbe dem allgemeinen Rahmen des Baues angepaßt sind. (Siehe Bilder 25--27, 30, 31, 36-39, 43 und 44.)

Im Vestibül, dem Vorraum und den Nebengarderoben sind 6 Tische aus vernickeltem Messing, 3 Glasaufsätze mit Nickel auf den Kassen im Empfangsraum, 50 Wandbehälter für Zigarren- und Zigarettenasche, 3 Papierkörbe aus Nickel (in der unteren Halle) sowie zum Teil die herausnehmbaren und mit Strickhaltern versehenen Säulen im „Haus Vaterland" und dem Kino bemerkenswert. Künstlerisch ausgeführt sind im Kino das Nickelgitter vor der Orgel, 2 reich ornamentierte Entlüftungsgitter aus vernickeltem Messing sowie das ebenfalls ornamentierte Gitter zum Rang, schließlich im Kino die Oberlicht-Gitter im Tunnel, die Glasaufsätze an der Kasse, die Kassenbarrieren sowie die Hälfte der Fassaden-Schaukästen aus Bronze, alle von der Firma Joh. Schmidt, Berlin. (Bilder 19-24.)

Original Seite: 153, rechts oh

Aktualisiert am: Mittwoch, 5. April 2006
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